Alljährlicher Austausch mit befreundeten Fischereigebieten erneut ein großartiges Erlebnis

Einmal im Jahr begeben sich die Teichwirte aus dem Landkreis Tirschenreuth und der Umgebung auf große Fahrt und besuchen befreundete Fischwirtschaftsgebiete in ganz Europa. Nachdem in den vergangenen Jahren unter Leitung von Teichwirt Hans Klupp bereits unter anderem Kroatien, Rumänien oder Lettland besucht wurden, stand heuer das Nachbarland Frankreich auf dem Programm.

Für die 50 verfügbaren Plätze hatte die ARGE Fisch, die gemeinsam mit der Teichgenossenschaft Oberfranken und dem Fischerzeugerring Oberpfalz diese Fahrt organisiert, heuer eine rekordverdächtige Anzahl von beinahe 100 Anfragen.

Die durch den Europäischen Meeres- und Fischereifond geförderte Fahrt startete wie jedes Jahr von Schönficht aus. Über München ging es mit der Deutschen Bahn nach Paris. Dort empfing mit Prof. Dr. Michael Tröge ein ganz besonderer Reisebegleiter die Gruppe. Der aus Weiden stammende Wirtschaftsprofessor lehrt seit über 20 Jahren in Paris an einer der renommiertesten Wirtschaftsuniversitäten Europas und hatte sich aufgrund persönlicher Beziehungen zu Hans Klupp bereiterklärt, die Reisegruppe auf der Fahrt in Richtung Bretagne zu begleiten.

Nach einer Stadtrundfahrt durch Paris mit vielen interessanten Hintergrundinformationen von Dr. Tröge setzte sich der Tross in Richtung der Küstenstadt St. Malo in Bewegung. Dort standen vier Übernachtungen nahe des historischen Stadtzentrums auf dem Plan.

Die Besichtigung der Stadt am Atlantik war dann der erste Programmpunkt des darauffolgenden Tages. Die Reise führte anschließend nach Cancale, wo jährlich über 7000 Tonnen Austern produziert werden. Neben der beeindruckenden Besichtigung einer solchen Austernfarm stand selbstverständlich auch deren Verkostung auf dem Plan. Die Region ist vor allem für ihren Tidenhub von bis zu 15 Metern bekannt, der Höchste in ganz Europa und ein beeindruckendes Bild bei Ebbe und Flut.

Die weiteren Programmpunkte waren die Besichtigung einer Algenzucht, die die Algen auch für den menschlichen Genuss aufbereitet (hier erhielt die Reisegruppe ebenfalls Kostenproben des Produkts) und der Besuch des Cap Frehel, eines Naturschutz- und Vogelschutzgebietes mit imposanten Steilküsten, welches sowohl von oben betrachtet als auch mit dem Boot umfahren wurde. Eine Fahrt zum Mont St. Michel, dem weltberühmten Kloster direkt am Meer und UNESCO Weltkulturerbe durfte selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen.

Ein ganz besonderes Erlebnis war die Befahrung einer Zucht für Miesmuscheln. Hier machte sich die Gruppe die Gezeiten zu Nutze und konnte mit einem umgebauten Fahrzeug, das sich sowohl zu Wasser als auch zu Land fortbewegen kann, direkt an die Zuchtstation der Muscheln mitten im Meer heranfahren.

Neben diesen interessanten Besichtigungen, die für die Teichwirte der Region vor allem zur Weiterbildung von großer Bedeutung sind, ist auch der Austausch zwischen einzelnen Akteuren der Fischerei ein wichtiger Punkt der alljährlichen Fahrt. In den hervorragenden Restaurants der Bretagne boten sich bei hervorragenden Mahlzeiten so immer wieder Gelegenheiten, verschiedenste Themen und Probleme zu besprechen und sich mit anderen Verantwortlichen der Fischwirtschaftsgebiete auszutauschen.

 

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