Teichnixe Lena wünscht sich „jede Menge Karpfennarrische“

Die „Erlebniswochen Fisch“ im Landkreis Tirschenreuth wurden am Sonntag in Kemnath eröffnet. Teichnixe Lena Bächer hatte an die Besucher eine ganz besondere Bitte.

Was der Stadt München ihr Oktoberfest ist, sind für den Landkreis Tirschenreuth die Erlebniswochen Fisch – so formulierte es Hans Klupp, Vorsitzender der ARGE Fisch im Landkreis Tirschenreuth, am Sonntagvormittag bei der Eröffnungsveranstaltung in Kemnath. Zum insgesamt 22. Mal werden nun die „Erlebniswochen“ begangen, im Mittelpunkt stehen Fische im Allgemeinen und dabei die Karpfen im Besonderen.

Es wurde aber auch deutlich, dass es mittlerweile nicht mehr ausschließlich um das Erlebnis Fisch geht, sondern unter der Überschrift „Frische, Regionalität und Nachhaltigkeit“ auch der Bio-Steinwald-Burger, das Oberpfälzer Bison oder Strauß aus Region zu finden sind. Außerdem stand in den zahlreichen Buden und Ständen, die auf der gesamten Seeleite beim Kemnather Stadtweiher ausgebaut waren, nicht nur das Kulinarische im Mittelpunkt, sondern auch die Kunst und das Handwerk aus der Region.

Eröffnet worden war der Tag mit einem Festgottesdienst, den Stadtpfarrer Konrad Amschl zelebrierte. Für die passende musikalische Gestaltung sorgten die Kaibitzer Schlossbläser. In seiner Predigt erläuterte Amschl zum einen die besondere Bedeutung des Fisches im christlichen Glauben und zum anderen die Aufgaben eines (Sicherheits-)Netzes, das der Glaube für das Leben sei. Im kurzen Festakt sprach Kemnaths Bürgermeister von einem „Tag der regionalen Genüsse“, zu dem zahlreiche helfende Hände beigetragen hatten. Darüber hinaus könne Kemnath unter dem Motto der Nachhaltigkeit als einzige „Fairtrade-Stadt“ des Landkreises punkten.

Landrat Wolfgang Lippert würdigte den Fisch als etwas Besonderes, das man auch hegen und pflegen müsse. „Manchmal würde ich mir für die Teichwirtschaft und die Teichwirte den gleichen Schutzstatus wünschen wie für die Fischotter“, sagte Lippert. Für Teichnixe Lena Bächer, die später assistiert von den Ehrengästen das erste Fass des Friedenfelser Karpfentrunks anzapfen durfte, biete sich mit dem Karpfen ein vielfältiger Genuss. Ihr Wunsch an die Besucher war unmissverständlich – nämlich „karpfennarrisch“ zu werden.

Das ließ man sich auch nicht zweimal sagen, schnell bildeten sich lange Schlangen vor den Essenständen: Karpfengyros, Karpfenburger, Karpfenbratwürste und Karpfenweißwurst waren nur einige Angebote des Tages. Das teils sommerliche Wetter lud auch zum Flanieren entlang der Wege mit Ständen ein, wo vom heimischen Honig bis Ölprodukte aus der Region und von Basteleien über Näharbeiten bis hin zu Schnitzereien regionaler Anbieter alles dabei war.

Im Festzelt unterhielt die Stadtkapelle Kemnath musikalisch und zahlreiche Besucher nutzten den Tag auch für einen Spaziergang auf dem Phantastischen Karpfenweg. Großen Anklang bei den jüngeren Besuchern fand auch der Spielplatz rund um den Kemnather Spielfisch.

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