Gasthaus zur Stieglmühle bietet „ausgezeichnete Oberpfälzer Fischküche“

27. April 2026

Seit 1995 ehren der Bezirk und der Fischereiverband Oberpfalz Gaststätten, die regionalen Fisch anbieten und hervorragend zubereiten. Diesmal würdigte Bezirkstagspräsident Franz Löffler die Verdienste von Familie Gläßl in Waldershof (Landkreis Tirschenreuth).

Waldershof. Karin und Uwe Gläßl scheinen die Zeit anhalten zu können – im besten Sinne. Draußen vor dem Wirtshaus eine Landidylle: Magerwiesen, Wälder und Teiche soweit das Auge reicht, eine Handvoll Hühner scharrt in der Erde, die Hasen lugen neugierig aus dem Stall. Drinnen wird gewurstet, veredelt, gekocht, bewirtet, und was auf den Teller kommt, ist fast immer direkt vor der Haustür gewachsen und gediehen. Die Wirtsleute der Stieglmühle in Waldershof leben, was oft totgesagt wird.
Genau diesen Verdienst um die Oberpfälzer Wirtshauskultur haben Bezirkstagspräsident Franz Löffler und der Präsident des Fischereiverbands Oberpfalz, Hans Holler, nun gewürdigt. Im Namen von Bezirk und Fischereiverband verliehen sie das Prädikat „Ausgezeichnete Oberpfälzer Fischküche“ an die Familie Gläßl. „Es ist einfach wertvoll, dass es noch Gastronomen gibt, die für regionalen Fisch etwas darbieten“, sagte Hans Holler bei der Begrüßung der Ehrengäste, die zur Auszeichnung angereist waren – darunter Regierungspräsident Walter Jonas, Bürgermeisterin Margit Bayer, mehrere Bezirksräte sowie Vertreter der Fischerei und Teichwirtschaft sowie des Naturschutzes.
Auch Franz Löffler betonte bei der Verleihung, von welchem unschätzbaren Wert die Arbeit von Karin und Uwe Gläßl sei. „Die Abhängigkeiten durch internationale Lieferketten, in die wir uns in den vergangenen Jahrzehnten begeben haben, können ganz schön grausam sein. Das haben wir doch jetzt gespürt: Sei es bei der Energie, oder bei den Lebensmitteln. Wir müssen uns wieder darauf besinnen, was wir eigentlich hier vor Ort haben und was wir auch können! Ich bin überzeugt: Regionalität ist nachhaltig der beste Weg.“
Es brauche mehr Wertschätzung für das, was uns die heimische Natur gibt, und das immaterielle Kulturerbe der Karpfenteichwirtschaft, sagte der Bezirkstagspräsident weiter. „Aus genau diesen Gründen haben wir 1995 gemeinsam mit dem Fischereiverband diese Auszeichnung ins Leben gerufen.“ In Richtung der Geehrten sagte er: „Sie bringen heimischen Fisch – von heimischen Köchen zubereitet – auf die heimischen Teller, und da geht uns einfach das Herz auf.“
Uwe Gläßl, ganz Oberpfälzer, machte keine großen Worte. „Mei, gescheiter wär’s, ich würde mir was holen oder mich beliefern lassen. Aber ich bin halt so ein Mensch, ich brauch’ das, nachts um drei noch rauszulaufen zum Bach.“ Warum er sich das antut? So habe es bei Familie Gläßl schon der Uropa vorgelebt.
„Ich mach’ das so, weil ich so aufgewachsen bin. Wir hatten immer eine Landwirtschaft, haben daheim geschlachtet, gewurstet und gekocht. Vielen Dank für die Auszeichnung, dass das g’schätzt wird“, sprach‘s und verschwand in der Küche – um aus bodenständigen Zutaten meisterhafte Gerichte zu zaubern: Saiblingstatar mit geröstetem Brot und zweierlei fruchtig marinierten Salaten von der Brunnenkresse und Bärlauch. Stieglmühlner Fischsuppe vom Zander, die dank Noten von Ingwer und Koriander statt an den Steinwald eher an Fernostasien erinnert. Und als Hauptgang: Lachsforellenfilet und Spargel an frischen Tagliarini und Zitronensoße.

 


 

Über den Bezirk Oberpfalz
Als dritte kommunale Ebene neben den Gemeinden und Landkreisen unterstützt der Bezirk Oberpfalz mit rund 450 Mitarbeitenden Menschen mit Behinderungen sowie Pflegebedürftige und engagiert sich in der Kultur- und Heimatpflege, in der Fischerei und Teichwirtschaft und im Umwelt- und Landschaftsschutz. Die rund 4.000 Beschäftigen der „Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo KU)“ sind an acht Standorten für die neurologische und psychiatrische Gesundheit der Oberpfälzerinnen und Oberpfälzer im Einsatz.

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