Karpfenteichwirtschaft findet inmitten der Natur und im Einklang mit ihr statt. Große Teichgebiete zählen aus diesem Grund zu den ökologisch wertvollsten und artenreichsten Kultur-Landschaften unserer Heimat. Meist in bester Absicht werden deshalb zahlreiche Auflagen und Regelungen zum Erhalt dieser Gebiete, zum Schutz einzelner Arten und zur Förderung der Biodiversität verordnet. Viele Teiche unterliegen der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, der EU-Vogelschutz-Richtlinie oder sind Naturschutzgebiet. Zum Leidwesen der Fischer bedingt dies auch den Schutz einiger Tierarten, die verheerende Schäden in der Teichwirtschaft verursachen und dadurch die wirtschaftliche Grundlage der Fischereibetriebe bedrohen.

Wenn Kormorane tagelang in einen Teich einfallen, fressen sie oft 80 – 90 % der Ernte (s. rechts Bild 1 und 2, Fotos Silvio Heider). Die übrig gebliebenen Fische tragen häufig schlimme Verletzungen davon und sind unverkäuflich. Hinzu kommen noch die Fischverluste durch Graureiher, Haubentaucher, Gänsesäger, den nordamerikanischen Nerz (Mink) und neuerdings auch den zugewanderten Otter. Für den Teichwirt ist es nicht nur finanziell ein schmerzlicher Verlust, um den gerechten Lohn der harten Arbeit gebracht zu werden.

In den letzten Jahren hat sich auch der Biber stark vermehrt; er gräbt Löcher in die Dämme und bringt damit den Teich zum Auslaufen. Er verstopft Zulaufrohre oder den Mönch. Die Beseitigung der Schäden stellt einen zermürbenden, zeitaufwändigen und vor allem kostspieligen Kampf für den Teichwirt dar.

Einige Betriebe denken aufgrund der verheerenden Schäden bereits darüber nach, die Bewirtschaftung ihrer Teiche aufzugeben. Es bedarf also vernünftiger gesetzlicher Rahmenbedingungen, die auch die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Teichwirte berücksichtigen, damit die wertvolle Teichlandschaft erhalten werden kann. Denn kein Teichwirt hat grundsätzlich etwas gegen die Natur – im Gegenteil. Nur sehen wir nicht ein, dass für den bedingungslosen Schutz einiger weniger Tierarten viele andere Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum verlieren sollen – und genau das wir passieren, wenn die Teichwirte aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben müssen.

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